Sonntag, 17. Juni 2012

Bulgarien, Mazedonien, Albanien

06.06. bis 09.06.


Bulgaria, Macedonia, Albania - three countries in three days. Why the rush?
Several reasons. Firstly, we hadn't seen the sea in quite a while. So we were eager on getting to the Adria coast pretty quickly. Secondly, our travel plans had a significant change. Unfortunately, Kai found out after some weeks on the road, that this was not the life he really wanted. Going on, changing the social and natural environment constantly, new languages, people etc. That's fun for a limited period like holidays, but half a year was too long for him. So instead of going to the Danube delta, as intented, we cut down south to the Balkans and then back up to Germany. We'll be at home in the end of June, give or take a few days.

Passing through Bulgaria, we met one of my fellow students in Sofia, visiting the city with a free city tour.
In Makedonija's capital, Skopje, we had an unpleasant experience with Kai's credit card being eaten by an ugly, malfunctioning ATM. The staff at the bank told us it wasn't possible to give the card back - passport's not enough credibility.
After that event we strolled around the city and left it, without spending the night there. We didn't like the city too much. To be fair, though, we didn't do any tour and did not meet locals, so we didn't give the city a chance to convince us.


The next day we arrived at Albania and watched the capital Tirana. Again, we only had the information of our lonely planet. When we asked the people on the street they didn't seem to know a tourist information around there.

After all those short city trips, our next destination was Montenegro... and what a destination it was! More on that in the next post!


Wer sich gerne in Geduld übt und Geld zum Fenster hinausflattern lässt, der sollte sich an der rumänisch-bulgarischen Grenze wohl fühlen.  Das ist ein Versprechen.
Dort gibt es eine Fähre, die man zum Grenzübertritt gezwungenermaßen verwenden muss. Wir fuhren also an eine Schranke ran und bezahlten 11€. Es handelte sich um einen Betrag, der nirgendwo ersichtlich gewesen war, aber als brave Bürger bezahlten wir die Summe gerne. Etwas überraschender wurde es dann, als wir 100 Meter weiter bei den bulgarischen Grenzpolizisten wieder etwas bezahlen durften. Um in die Ehre dieses Bezahl-Vergnügens zu kommen, durften wir jedoch erst einmal den misstrauischen Grenzbeamten unseren Fahrzeug-Inhalt präsentieren. Wie jeder stolze Hausbesitzer kamen wir dem ungefragt nach. Für Kaffee und Kuchen blieb bei den vielen Fragen dann aber keine Zeit. „What’s that?“, fragten sie und zeigten auf unser selbstgebautes Didgeridoo. „That’s for making music.“ Sie schauten verwirrten und hatten schon das nächste Instrument ausgemacht: die Djembe (afrikanische Trommel). Ob wir in einer Musik-Band spielen würden, war die logische Frage. Kaum hatten wir dies verneint fiel dem Polizisten eine Schnur mit getrockneten Blättern auf. Sehr(!) verdächtig. Unsere Erklärung, es handele sich um Pfefferminze, die wir in der Turda-Schlucht gefunden hatten, akzeptierten sie jedoch. Man sollte vielleicht dazu sagen, dass sie bei einigen der Fragen gelächelt haben. Es war also keine sonderlich angespannte Stimmung. Ein wenig komisch ist einem dann aber doch, wenn man der Autorität so ausgeliefert ist!

Freudig fuhren wir weiter… um den nächsten Menschen bezahlen zu dürfen. 49€! Mit Karte konnte man natürlich nicht bezahlen. Warum auch? Bei der Ausreise aus einem Land hat man selbstverständlich noch diese Menge an Devisen dabei. Wir fuhren also noch einmal aus dem Grenzbereich raus, zum letzten Ort zurück, holten Geld ab und schwupps waren wir wieder da.
„Schwupps“ war aber die Fähre nicht da. Das dauerte noch etwas. Wer bei dem luxuriösen Preis von 50€ für eine 300m-Donau-Überfahrt einen Champagner-Empfang erwartet, der wäre optimistischer als wir. Und tatsächlich war dem nicht so. Stattdessen wurden wir erst von wilden Hunden gejagt, die unserem Auto hinterherrannten und anschließend warteten wir 1,5 Stunden. Aber dann war die Fähre endlich da, wir fuhren rüber und waren glücklich…

… bis wir schon wieder „Steuern“ bezahlen sollten! Noch mal 5€ zuzüglich Autobahn-Vignette. Notgedrungen bezahlten wir das Geld zähneknirschend. Man sollte vielleicht dazu sagen, dass NIRGENDWO auch nur eine Information darüber zu lesen war, dass die Überfahrt überhaupt etwas kostet.

Aufgrund dieses fröhlichen Abenteuers waren wir dann erst kurz vor 3 Uhr in Sofia, der Hauptstadt Bulgariens. Nachts, versteht sich. Überraschenderweise war die Rezeption unseres Hostels noch besetzt und einige Nachteulen surften vor den Rechnern. Sogar unsere Wäsche konnten wir abgeben. Ich gestehe, dass das der einzige Grund war, warum wir im Hostel übernachteten. Waschsalons sind im Ausland teilweise nur sehr schwer zu finden.

Nach einem wirklich vorzüglichen im Preis inbegriffenen Frühstück (bei 9€ pro Nacht, auch inkl. Pasta am Abend) gingen wir wohin? Dreimal dürft ihr raten! Richtig: zu einer Free City Tour!

Der weiße Engel (meine Kamera belichtet manchmal ein *kleines wenig* über) ist unser Tour Guide gewesen. Über ihr thront ein Löwe. Das ist kein Zufall: Der Löwe ist ein Wahrzeichen der ganzen Nation und überall in der Stadt sichtbar. On the free city tour in Budapest. The lion's the symbol of the city.

Diese Heilige Sofia wurde an Stelle einer Statue von einem kommunistischen Führer im Jahre 2000 aufgestellt. Es handelt sich um einen genialen Fehlgriff der Stadtplaner. Die Heilige Sofia hat nichts mit dem Sofia in Bulgarien zu tun, war nie dort und wusste nicht einmal, dass es existiert. Zudem steht sie für die Wiederannäherung an das Christentum. Dummerweise haben sie ihr jedoch einen Lorbeerkranz und eine Eule auf die Arme gebracht. Das ist insofern unglücklich, als das dies laut unserer Reiseführerin tief heidnische Symbole sind.

In einem Umkreis von wenigen hundert Metern stehen diese Moschee, eine orthodoxe Kirche, eine katholische und eine jüdische Synagoge. Die vier unterschiedlichen Sakralbauten der vier Religionen, die in Bulgarien zugegen waren und sind. Zu den Juden kann man noch eine interessante Geschichte erzählen: Bulgarien kollaborierte mit Hitler-Deutschland. Also verlangte Hitler des Öfteren, dass die Juden ihm ausgeliefert werden. Anstatt jedoch zu sagen: „Ja, gerne“ oder „Nein, niemals“ sagte der König eher Sachen wie „jaja, nächsten Monat“ oder „sehr bald, aber sie müssen noch eine Weile für mich arbeiten“. Er brachte es sogar fertig, vor den Augen von Hitlers Gesandten jüdische Familien in Deportationszüge zu packen und sie dann unter fadenscheinigen Vorwänden wieder zurückholen zu lassen. Angeblich tat er das wirklich alles, um das jüdische Volk zu schützen. In very close circle of a few hundred meters, there is a synagogue, a mosque, an orthodox church and a catholic one. Bulgaria fought on the side of the Germans, but did not take part in the mass murder of the Jews. The king thought of a lot of reasons why "this week he couldn't deport any Jews", but "surely next month". By saying this, he postponed the deportation till the war was over.

In der Walking-Gruppe war ein 12-köpfiger Chor dabei, der ohne viel Überredungskünste sein Können darbot. Eines der Lieder war sogar Bulgarisch! 12 guys from our free walking tour were part of a Berlin choir. They went to Bulgaria to sing orthodox (often Romanian) songs. We didn't even have to force them, they were singing voluntarily!

Iwan Wasow. Diesen Namen kann man in kyrillischen Buchstaben über dem Nationaltheater. Wasow ist der bekannteste Schriftsteller Bulgariens und scheint so etwas wie ein Volksheld zu sein. Sein Ableben ist legendär. Die Tatsache, dass er beim Koitus mit einer viele Dekaden jüngeren Frau einen Herzinfarkt bekam, wird als Zeichen für ein erfülltes Leben ausgelegt. Ivan Vazov is the most famous author from Bulgaria. Not only could he go the depicted national theatre that was called Ivan Vasov even when he was still no alive; no, rumour wants it that died making love to a very much younger lady. What a man!


Um 15 Uhr wurden wir von Martin, einem Bekannten meiner Vertiefungsrichtung im Studium abgeholt. Martin macht gerade in Sofia Erasmus. Gemeinsam wunderten uns über die unbeschreiblich günstigen Preise auf dem hiesigen Wochenmarkt. 0,20€ für ein Kilo Kartoffeln. 0,40€ für ein Kilo Kartoffeln. Ein knapper Euro für in Kilo vorzüglicher Kirschen. Und so weiter.


Auf dem Wochenmarkt. Martin gab uns einen heißen Getränketipp, der auf diesem Bild in meiner linken Hand verweilt und hauptsächlich aus Mehl zu bestehen scheint. Kai hat nach einem kleinen Schlücklein sofort die Flasche wieder aus der Hand gegeben und wollte nie wieder daraus trinken. Ich bin abgebrüht, aber auch ich habe nur die Hälfte der Flasche geschafft. We went to the ashamingly cheap market and got loads of vegetables for some pennies. Here

Martin beim Wohlfühlen in unserem Bus. Martin, my fellow student, seems to like our bus.

Am nächsten Tag fuhren wir schon wieder weiter. Diesmal war ein noch etwas exotischeres Land unser Ziel: Mazedonien! Let's go to Macedonia.




Mazedonien ist eine ehemalige jugoslawische Teilrepublik und war nach dem Zerfall des Mutterlandes selbstständig geworden. Der erste Eindruck von Mazedonien war gar nicht schlecht. Ein weites, gebirgiges, schönes Land. Allzu arm sah es auf den ersten Blick auch nicht aus. Und es ist ein niedliches Land. Die zweitgrößte Stadt hat nur 70.000 Einwohner. Das sind fast schon brandenburgische Verhältnisse!

Als wir dann in die Hauptstadt Skopje reinfuhren (500.000), änderte sich meine Meinung ein wenig. Skopje ist dafür, dass es eine Hauptstadt, sehr hässlich. Genaugenommen gibt es nur wenig an dieser Stadt, was mich reizen würde dort noch einmal ein wenig Zeit zu verbringen. Wahnsinnig viele Plattenbauten säumen die dunklen Straßen; schöne Gebäude sind absolute Mangelware. Es gibt einen schicken Platz mit einem beeindruckenden Eingangstor und allgegenwärtigen schicken Statuen.


Epische Statue Alexanders des Großen, dem großen Helden der Mazedonier. Entgegen der weitläufigen Auffassung war Alexander nämlich kein Grieche, sondern kam aus dem kleinen aber sehr schlagkräftigen Reich Mazedoniens und fing von hier aus an die Welt zu erobern. Huge statue of Alexander the Great. In fact he was no Greek, but from the then-little kingdom Macedonia. From here on he captured half of the known world at the time. He came up to the Indian subcontinent!

Am Fuße des Großen. Will some of the mightiness of Alexander come to me... ... No, shit, can't feel anything!

Mein neu gefundener Freund redete nicht viel. Aber dafür konnte er echt super verständnisvoll den Arm über die Schultern legen. That's what a real friend should do! Listen to you, don't say a word, but keep the arm around you like a friend. But he really was a bit taciturn.

Und eine weitere kunstvolle Figur. Auch wenn sie meiner eigenen Ästhetik widerstrebt. Aber vielleicht haben Künstler einfach einen anderen Blick auf die Welt. Vielleicht empfinden sie die wirklich schönen Dinge wie … sagen wir … die Mathematik als hässlich und die hässlichen wie … diese Statue … als schön. Oh, entschuldigt, ich werde philosophisch. A pretty, ugly statue. Oh, please remove the comma between the two antonyms!

Mazedonien ist ein überwiegend orthodoxes Land. Der Islam hat jedoch einen bedeutenden Einfluss, weil sehr viele Albanier im Land leben. Even though Macedonia is a mainly orthodox country, there is nearly a third of Albanians living in the country.


Fairerweise muss man aber sagen, dass mein Bild der Stadt nicht ganz objektiv sein kann. Zum einen waren wir insgesamt vielleicht drei oder vier Stunden vor Ort. Zweitens hatten wir uns im Vorhinein nicht über Sehenswürdigkeiten informiert, sondern schlenderten auf gut Glück los. Drittens wurde Kais Kreditkarte gemopst.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Einer der Automaten wurde offensichtlich schon seit einer Weile nicht mehr gefüttert. Es gab einen technischen Defekt. Kaum, dass Kais Karte im Slot steckte, war sie auch schon einbehalten. Das Kärtchen gab’s nicht zurück und so ist Kai jetzt nur noch eingeschränkt liquide. Seine Aussage dazu war: „Es ist ja bisher auch alles viel zu glatt gelaufen. Irgendwann musste ja so etwas passieren.“

Viel mehr kann ich zu Skopje leider nicht mehr schreiben. Nach der Erfahrung mit der Kreditkarte war unsere Lust, an selbiger Ort und Stelle zu verweilen eher begrenzt.
Aber etwas Angenehmes kann ich dann doch noch berichten. Wäre ja auch schade, wenn ich ein Land schlecht wegkommen lassen müsste! Wir fuhren nämlich am nächsten Tag sehr zeitig zum Ohrid-See. Dieser liegt zwischen Albanien und Mazedonien und ist mit seinen 350km² fast dreimal so groß wie die Müritz. Der Campingplatz am See war sehr schön und wir genossen die Zeit in vollen Zügen. Ruhe! Entspannung! Baden! Schön. Time for some chilling at the sea-side.

"Haus am See" (mit Rädern). Our campsite.

Eine kleine Holzplattform mit Tisch und Stühlen im Wasser, die nur von uns benutzt wurde. Zum Gitarre spielen, zum Essen und zum Sonnen. There was a little wooden platform in the water with an installed table and some charis. We used it for eating, playing guitar and sunbathing.


Unser vorerst letzter Hauptstadt-Besuch liegt in Albanien, Tirana. Leider waren wir Städte schon fast wieder leid. Wir sind in den letzten Wochen von Ort zu Ort „gehetzt“ und haben allerlei Dinge gesehen. Und aller Exotik zum Trotz… irgendwann ist man dieser Sinnesüberflutung leid und möchte einfach mal wieder „ganz normale“ Tage haben oder aber wieder einmal richtig in der Natur sein. Zumal Städte einem in Europa auch immer wieder sehr ähnliche Dinge liefern: Kirchen, Plätze, Parks, Restaurants, Schlösser, Museen.

Da wir auch in Albanien nicht rechtzeitig mit Couchsurfern Kontakt aufgenommen hatten, blieb uns der Blick über den Tellerrand leider verwehrt. Also kamen wir mit den dürftigen „Lonely Planet Eastern Europe“-Informationen an und schlenderten durch die Stadt. Die Innenstadt von Tirana macht einen sehr viel angenehmeren Eindruck als Skopje. Ob das vor allem daran liegt, dass der Automat in der albanischen Stadt diesmal keine Karte verdrückt hat? Vielleicht.

Denn auch in Tirana brachten wir nur etwa vier Stunden zu.

Ein Minarett-Turm. Daher dachten wir, es handele sich um eine moderne Moschee. Das war aber weit gefehlt, in Wirklichkeit war es ein Wohnhaus. In Tirana, Albania. Because of the minarett it looks like a mosque. It is not, though, but just a simple


Ein laut Kellner typisch albanisches Gericht – ein Pilaw! A supposedly typical Albanian meal called pilaw!

Es verlangte uns nach mehr. Genaugenommen nach dem ganz Besonderen „mehr“: dem Meer! Schließlich hatten wir das seit kurz vor Danzig nicht mehr zu Gesicht bekommen. Und mein Lonely Planet versprach viel von unserem nächsten Zielort: Montenegro.

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